Bilder von geheimnisvoller Strahlkraft

»Der Mensch würde verrückt, wenn er nicht versuchte, in jedem Chaos eine innere Ordnung zu finden.« Für Frank Werger ist der Zufall nur eine organisierte, eine etwas elegantere Form von Durcheinander. Seine Bilder entstehen nach einem klar strukturierten und streng prozessualen Kompositions-Prinzip, das vermeintliche Banalitäten neu arrangiert und in Szene setzt.
Ein Theater-Billet, eine vergilbte Briefmarke oder ein Fetzen Klebeband werden so zu Teilen von abstrakten, aber niemals beliebigen Material-Collagen, die stets nach der Balance von Chaos und Ordnung suchen und diese auch finden.
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Bei Werger wird die Kunst zur Vermittlerin des eigentlich Unaussprechlichen, auf das sich jeder seinen eigenen Reim machen soll. Seine Bilder spiegeln nicht, sondern machen sichtbar und strahlen aus eigener Kraft. Ihre innere Ordnung besteht aus der gerichteten Anordnung eines enormen Fundus von diversen Accessoires, die Werger in seinen Collagen zu minimalistischen Kunstwerken versammelt.
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Die Ordnung der Bilder resultiert aus der bewussten Selektion einer zufällig anwesenden Materialmasse, die Werger in kompositorischer Virtuosität auf 300 Gramm schwerem Büttenpapier verteilt und durch eigene Hand in einen Zusammenhang bringt. Bleistiftlinien erscheinen als Verbindungswege zwischen vermeintlich unvereinbaren Gegenständen. So entstehen mysteriöse Zeichen und subtile Arrangements, in denen die Kleinigkeit an Größe gewinnt.

tr, Bergstraesser Anzeiger, 10.08.2006




Materialcollagen zeugen von Freude am Experimentieren

Die Eigenwirkung von Materialien ist es, die Werger an seinem Schaffen interessiert. Fesselnde Strukturen entstehen dort, wo er mit Flexkleber experimentiert und mit Klarlack oder dem sparsamen Einsatz von Farbe Akzente setzt.
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Auf Leinen, seit drei Jahren auch auf Holz, bringt der Künstler seine Materialcollagen auf. Kerben, mit der Flex in die Holzplatten eingefräst, sorgen für zusätzliche Strukturen in den Bildern mit ihren ohnehin spannungsreichen Oberflächen. Vereinzelt hat Werger Fundstücke integriert: eine alte Theaterkarte und Leihscheine aus der Bücherei.

Annegret Brinkmann-Thies, Hannoversche Allgemeine, Ausgabe Springe, 23.02.2006



Der die Realität mit den Augen ertastet

Es geht um Chaos und Ordnung, Amorphes, Zufälliges und Gestaltung. ... Wergers Malerei ist ungegenständlich, die Bilder haben zwar keine Titel, durchaus aber Themen. Die Schönheit abstrakter Formen und Farben ist das Zeichen eines Malers gegen eine oft als absurd und letztlich als unbegreiflich erfahrene Welt.

ndz, Deister- und Weserzeitung, Ausgabe Springe, 23.02.2006
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